Autogas und LPG

Die Preise für Autokraftstoff steigen bereits seit Jahren und es scheint kein Ende in Sicht zu sein. Da diese neben der KFZ Versicherung und der Kfz-Steuer einen erheblichen Kostenanteil ausmacht, besteht hier die Möglichkeit auf Alternativen wie Autogas zurückzugreifen. Leider ist Autogas noch nicht an jeder Tankstelle zu erhalten und es handelt sich noch immer um einen Geheimtipp. Die Umrüstung von Autos auf LPG oder Autogas ist meistens recht einfach und bedarf  nur eines Eingriffs an einer auf Autogas-Umrüstung spezialisierten Werkstatt. Der Autogas-Ratgeber versucht Ihnen Hilfe bei der Umstellung auf den alternativen Kraftstoff Autogas für Ihr Auto zu geben. Deshalb finden Sie auf dieser Webseite Tipps und Tricks zum Thema Anlagen, Technik und Umrüstung sowie Informationen zu Autogas als Treibstoff. Außerdem bieten Ihnen unsere Webtipps weitere Seiten und Portale an, die Ihnen bei der Umsrüstung helfen werden.

Fahren mit Autogas/LPG

In Form von Autogas ist verflüssigtes Propan- oder Butangas der Kraftstoff mit der drittgrößten Verbreitung, nach Benzin und Dieseltreibstoff. Der Anteil der mit Flüssiggas betriebenen Fahrzeuge ist allerdings regional sehr unterschiedlich. Am beliebtesten ist Autogas in der Türkei, Südkorea, Polen, Italien und Australien. Diese fünf Länder stellen rund die Hälfte des weltweiten Autogas Verbrauchs. Die allgemeine Bezeichnung LPG für das Flüssiggas leitet sich vom Propangas ab, das den größten Anteil am produzierten Flüssiggas stellt. LPG kann aber auch teilweise oder vollständig aus Butangas bestehen. Ähnlich wie beim Sommer- und Winterdiesel ist auch beim Autogas eine von der Jahreszeit abhängige Zusammensetzung möglich. Neben der Verwendung als Kraftstoff wird LPG auch zum Kochen und Heizen, vor allem beim Camping genutzt und auch als Feuerzeuggas kommt es zum Einsatz.

Bedeutendste Unterschiede zwischen Autogas und Benzin oder Diesel

Im Gegensatz zu Diesel- und Ottokraftstoffen ist Flüssiggas bei Normaldruck und Umgebungstemperatur nicht flüssig sondern gasförmig und kann daher nicht in offenen Tanks aufbewahrt werden. Für die Speicherung von LPG sind Druckbehälter notwendig und das Betanken ist nur in einem geschlossenen System möglich. Zum Tanken muss die Zapfpistole daher fest mit dem Tankstutzen am Fahrzeug verbunden werden. Weltweit sind hierfür drei verschiedene Typen von Anschlüssen üblich. Die deutschen Zapfsäulen besitzen einen Schraubanschluss, der auch in Belgien, Österreich, Irland, den USA und Australien genutzt wird. In Holland, der Schweiz und England ist dagegen ein Bajonettanschluss üblich und der dritte Typ wird unter anderem in Italien, Frankreich, Polen und Skandinavien genutzt. Bei Fahrten ins Ausland mit Autogas Fahrzeugen sind daher gegebenenfalls Tankadapter notwendig. Alle Kupplungselemente bei LPG Tankanlagen bestehen in der Regel aus Messing, um die Gefahr einer Funkenbildung beim Verbinden der Teile auszuschließen.

Ist ein Autogas Fahrzeug sicher?

Der Dampfdruck von LPG wächst mit zunehmender Temperatur. In einem vollen Tank könnte daher der Innendruck bei steigender Temperatur eine kritische Größe erreichen. Beim Autogas Tank verhindert dies ein Überdruckventil. Schon eine kleine Menge entweichenden Gases reicht aus, um den Überdruck nachhaltig abzubauen, weil sich das Gas beim Verdampfen abkühlt. Autogas Anlagen sind im Allgemeinen so ausgelegt, dass auch in einem brennenden Fahrzeug der entstehende Überdruck schneller durch das Sicherheitsventil entweichen kann, als er sich im Tank aufbaut. Eine Tankexplosion ist daher nicht zu befürchten. Andererseits ist beim Parken von Autogas Fahrzeugen auf eine ausreichende Belüftung zu achten. Diese ist vor allem in Tiefgaragen nicht immer gewährleistet, da Propan- und Butangas schwerer als Luft sind und sich deshalb am Boden sammeln. Aus diesem Grund gibt es teilweise Parkbeschränkungen für Autogas Fahrzeuge in Parkanlagen, die nicht entsprechend ausgelegt sind.

Autogas im Vergleich mit Benzin und Diesel

Autogas hat eine geringere Dichte als die aus Öl gewonnenen Kraftstoffe. Der in Litern gemessene Verbrauch im Kfz ist dadurch zwar etwas höher, aber der Preis pro Liter LPG ist in Deutschland, wie auch den meisten anderen Ländern, deutlich geringer. In der Summe ergibt sich dadurch ein Einsparpotential beim Einsatz von LPG als Treibstoff für Kraftfahrzeuge. Die CO2-Emissionen liegen beim Autogas etwa 15 % unter denen der herkömmlichen Kraftstoffe. Autogas zählt daher zu den umweltfreundlicheren Treibstoffen, auch wenn es derzeit aus den gleichen, fossilen Quellen stammt wie Benzin und Dieselkraftstoff. Die Gasbestandteile Propan und Butan fallen als Nebenprodukt beim Raffinieren von Mineralöl an und wurden ursprünglich größtenteils als Abfallprodukte abgefackelt. In manchen Raffinerien ist das immer noch der Fall. Eine weitere umweltrelevante Eigenschaften von LPG ist der natürlich geringe Schadstoffgehalt der Verbrennungsgase. Da LPG bei Umgebungsbedingungen gasförmig ist, können Leckverluste zudem keine Bodenverunreinigungen verursachen, wie das bei Diesel- und Ottokraftstoffen der Fall ist.

Der Autogas Fahrzeugmarkt

Wer ein Autogas Fahrzeug sucht, hat zwei Möglichkeiten. Zum einen sind einige Neufahrzeuge bereits ab Werk mit einer LPG Ausrüstung lieferbar, zum anderen lassen sich viele konventionelle Kraftfahrzeuge auf Betrieb umstellen. Reine LPG Autos sind dabei selten. Auch Fahrzeuge, die bereits vom Hersteller für den Autogas Betrieb ausgerüstet sind, fahren zusätzlich meist auch mit einem herkömmlichen Kraftstoff. Dadurch lassen sich Probleme in Gebieten mit einer dünnen LPG Tankstellendichte vermeiden. Auch bei umgerüsteten Fahrzeugen ist der Gastank normalerweise zusätzlich eingebaut und das Auto kann nicht nur mit LPG sondern auch mit dem ursprünglich vorgesehenen Kraftstoff gefahren werden. Durch den Einbau des LPG Tanks verringert sich allerdings oft das Kofferraumvolumen. Teilweise werden die Gastanks aber auch in eine vorhandene Ersatzradmulde eingebaut.

Allgemeines zum Autogas

Immer mehr Autos in Europa und vor allem auch in Deutschland fahren mit Autogas. Autogas, das auch unter der Abkürzung LPG (­Liquefied Petroleum Gas) bekannt ist, ist ein Flüssiggas, mit dem Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor angetrieben werden können. Flüssiggas ist ein Abfallprodukt bei der Erzeugung von Benzin oder von Diesel. Auch bei der Förderung von Erdgas oder von Erdöl tritt Flüssiggas als sogenanntes nasses Bohrgas auf. Man findet Flüssiggas in der Industrie, wo es bei vielen Wärmeprozessen eingesetzt wird, sowie als Heizmaterial oder Mittel zur Aufbereitung von Warmwasser in Haushalten. Doch auch zum Antrieb von Motoren lässt sich Flüssiggas hervorragend nutzen, weshalb es immer mehr Kraftfahrzeuge mit einem Autogas-Antrieb gibt. In der Regel besteht Autogas aus Propan, Butan oder einem ihrer Gemische und ist somit ein Kohlenwasserstoff. Autogas oder LPG verflüssigt sich schon unter einem geringen Druck und verringert dadurch sein Volumen auf circa 1/260 seines gasförmigen Zustands. Dadurch lässt sich Autogas sehr gut lagern. Außerdem bietet LPG einen hohen Energiegehalt, was für eine relativ große Reichweite bei der Fahrt mit einem Autogas-Auto sorgt. Daneben ist es auch noch schadstoffarm und damit umweltfreundlicher als zum Beispiel Benzin oder Diesel. Ferner macht die hohe Klopffestigkeit von LPG zusätzliche Additive überflüssig. Autogas gibt es schon seit den 1920er Jahren, als in Amerika die ersten Autogas-Fahrzeuge gebaut wurden. Auch in Deutschland fand der Autogas-Antrieb ab den 1960er Jahren immer mehr Anhänger.

Autogas-Umrüstung

Autofahrer können entweder ihr aktuelles Fahrzeug auf Autogas umrüsten lassen oder sie kaufen ein Autogas-Fahrzeug direkt ab Werk. Immer mehr Automobilhersteller bieten fertige Autogas-Fahrzeuge an, so zum Beispiel Chevrolet, Citroën, Fiat, Ford, ­Kia, Lada, Mazda, Opel, Subaru, Volkswagen und andere. Diese Autos werden auch OEM-Autogasfahrzeuge genannt, wobei OEM die Abkürzung für Original Equipment ­Manufacturer ist. Um ein bestehendes Auto auf LPG umzurüsten, sollte das Fahrzeug am besten über einen Ottomotor verfügen, da hier die Umrüstung besonders einfach ist. Für die Autogas-Umrüstung muss sich der Autobesitzer einen zugelassenen Fachbetrieb suchen und es muss eine abschließende Begutachtung durch den TÜV oder die DEKRA erfolgen. Die Autogas-Umrüstung wird sowohl in den Kfz-Brief als auch in den Kfz-Schein eingetragen. Eine LPG-Anlage erhöht das Gewicht des Wagens um etwa 40 Kilogramm Leergewicht.

Der Tank kann ­sich entweder als Zylindertank im Kofferraum befinden oder er wird als Unterflurtank eingebaut. Auch ein Einbau in der Reserveradmulde ist für Tanks mit einem Fassungsvermögen von 34 bis 94 Litern möglich. Dann muss der Autofahrer aber den Reservereifen durch einen Pannenspray oder durch einen Runflatreifen ersetzen. Die Kosten für die Umrüstung amortisieren sich bei einem Mittelklassewagen nach etwa eineinhalb bis zwei Jahren, da die Kosten für Autogas an den Tankstellen niedriger sind als für Benzin oder für Diesel. Es gibt in Deutschland circa 6.200 Autogas-Tankstellen, europaweit sind es etwa 30.000 Tankstellen, an denen LPG getankt werden kann. Vor allem in Frankreich, in Italien, in Polen, in Tschechien und in den Beneluxstaaten ist das Tankstellennetz von Autogas-Tankstellen bereits flächendeckend. Dabei sollte der Autofahrer aber nicht das Autogas oder LPG mit Erdgas verwechseln, das ebenfalls als Antrieb für manche Kraftfahrzeuge dient.

Unterschiede beim Fahren

Man unterscheidet bei Autogas-Fahrzeugen zwischen monovalenten Fahrzeugen und bivalenten Fahrzeugen. Monovalente Fahrzeuge fahren ausschließlich mit Autogas, während die bivalenten Pkw sowohl über einen Autogas-Tank als auch über einen herkömmlichen Benzintank verfügen. Bei einem bivalenten Autogas-Kfz kann der Fahrer auch während der Fahrt die Antriebsart von LPG auf Benzin wechseln. Dadurch ist eine störungsfreie Fahrt auch dann gewährleistet, wenn der Autogas-Tank fast leer ist und die nächste LPG-Tankstelle sich zu weit entfernt befindet. Die monovalente Variante findet sich vor allem bei Bussen oder bei schweren Nutzfahrzeugen, während die meisten privat genutzten Autogas-Fahrzeuge eine bivalente Anlage vorweisen. Während ein monovalentes Fahrzeug immer mit Autogas startet, findet der Start bei einem bivalenten Kfz entweder auch sofort mit Autogas statt oder der Wagen startet zunächst mit Benzin. Wenn er dann warmgelaufen ist, erfolgt entweder die automatische oder die manuelle Umschaltung auf Autogas. Der Autofahrer benötigt zum Betanken seines Autogas-Fahrzeugs etwa die gleiche Zeit wie der Besitzer eines Dieselfahrzeugs oder eines Benziners. Es kann beim Tanken von LPG auch nicht zu einer Verwechslung mit anderen Kraftstoffen kommen, weil die Zapfsäulen für Autogas auffällig gekennzeichnet sind. Außerdem erfolgt das Tanken von Autogas mit anderen Einfüllventilen als bei den anderen Kraftstoffen. Die Zapfpistole wird mit dem Füllstutzen des Fahrzeugs fest verschraubt, wodurch sich beim Tanken ein geschlossenes System ergibt. Da Autogas wie Benzin oder Diesel ebenfalls flüssig ist, muss keine Umrechnung von Kilogramm in Liter erfolgen, sondern die Abgabe erfolgt wie bei den anderen Kraftstoffen auch literweise.

Vor- und Nachteile von Autogas

Die Umrüstung eines Fahrzeugs oder der direkte Kauf eines Autogas-Kfz bietet für den Autobesitzer sowohl Vorteile als auch Nachteile. Die Vorteile liegen in den geringen Tankkosten für LPG, die sich aus der Steuervergünstigung für Autogas ergeben. Diese Steuervergünstigung in Form eines niedrigeren Mineralölsteuersatzes ist im Energiesteuergesetz vom 15. Juli 2006 festgelegt und gilt noch bis zum 31. Dezember 2018. Weiterhin stellt ein Autogas-Auto eine deutlich geringere Umweltbelastung dar als ein Benziner oder ein Diesel, weil es weniger ­Co2 ausstößt und geringere Feinstaubemissionen aufweist. Außerdem läuft ein Motor, der durch LPG angetrieben wird, weicher und verschleißt daher nicht so schnell. Manche Kfz-Versicherungen bieten sogar spezielle Öko-Tarife für die Fahrer von Autogas-Autos an, was eine zusätzliche Kostenersparnis bedeutet. Es gibt aber auch einige Nachteile bei einem mit Autogas angetriebenen Pkw. So kann sich zum Beispiel bei einem nachträglichen Einbau des Autogas-Tanks der Kofferraum verkleinern. Außerdem ist der nachträgliche Einbau mit Kosten verbunden, die sich erst nach einiger Zeit amortisieren. Handelt es sich sogar um ein monovalentes Fahrzeug, ist die Reichweite mit einer Tankfüllung oft geringer als bei einem mit Benzin oder Diesel angetriebenen Fahrzeug. Außerdem gibt es in Deutschland noch keine flächendeckende Abdeckung mit Autogas-Tankstellen, was manche Fahrt mit einem monovalenten Fahrzeug sogar unmöglich macht. Um immer die nächste Autogas-Tankstelle zu finden, empfiehlt sich einen Autogas-Atlas, den es an vielen Autogas-Tankstellen, in den zugelassenen Fachbetrieben für die Autogas-Umrüstung und beim DVFG e.V., dem Deutschen Verband Flüssiggas e.V., zu kaufen gibt. Vor manchen Tiefgaragen finden sich noch immer Verbotsschilder für Autogas-Autos, was den Fahrer eines solchen Wagens irritieren kann. Dabei wurde bereits in der Muster-Garagenverordnung von 1988 das Abstellen von mit Flüssiggas betriebenen Fahrzeugen in Tiefgaragen erlaubt. Diese Muster-Garagenverordnung ist mittlerweile Bestandteil des Landesrechts in allen Bundesländern. Trotzdem finden sich vereinzelt noch immer Verbotsschilder vor den Tiefgaragen, auf denen das Abstellen druckgasbetriebener Fahrzeuge verboten ist. Da es sich bei LPG-Autos um umweltschonende Fahrzeuge handelt, deren Einsatz in den Städten gerne gesehen wird, sollen diese alten Verbotsschilder möglichst bald in ganz Deutschland entfernt werden. Das Tanken kann mit einem Autogas-Auto ebenfalls etwas problematisch werden, sobald der Autofahrer im Ausland tanken möchte. Zurzeit gibt es noch kein einheitliches Anschlusssystem für die Zapfpistole, sondern es sind drei verschiedene Systeme gebräuchlich. So tanken zum Beispiel die Autofahrer in Belgien, in Deutschland, in Irland, in Luxemburg, in den USA, in Kanada, in Australien und teilweise in Österreich und in der Schweiz mit dem sogenannten ACME-Anschluss. In Großbritannien, in den Niederlanden, in Spanien und in Norwegen dagegen ist der Bajonett-Anschluss gebräuchlich, während in allen anderen Ländern, aber auch teilweise in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz ein Dishanschluss benutzt wird. Dies bedeutet für die Fahrer von LPG-Autos, dass sie einen entsprechenden Adapter dabei haben müssen, wenn sie mit ihrem Fahrzeug ins Ausland reisen möchten. Ein einheitlicher europäischer Anschluss namens ­Euronozzle ist aber geplant und teilweise in Spanien bereits im Einsatz für das Tanken mit Autogas.